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Die Höhenstufen der Vegetation

Die Bode durchfließt alle in unserem Land vorkommenden Höhenstufen der Vegetation. Von der planaren Stufe des Unterlaufes über die colline Stufe im Nordharzvorland durchströmt sie beim Austritt aus dem oberen Teil des Gebirges in der Nähe von Thale bei etwa 300 m die submontane, mit etwa 500 m die montane und um 800 m Höhenlage die hochmontane Stufe. In den Quellgebieten von Warmer und Kalter Bode wird andeutungsweise auch die subalpine Stufe erreicht.

Die Zuordnung der Pflanzenarten zu den Höhenstufen

Die Zuordnung zu den genannten Stufen ist nicht immer problemlos. So zeigt die heutige Waldzusammensetzung eine vorherrschende Fichtenbestockung, die wahrscheinlich bereits durch Klimaveränderungen im 16. Jh., später aber durch forstwirtschaftliche Maßnahmen gefördert wurde.

Das natürliche geschlossene Vorkommen der Fichte liegt vor allem in der hochmontanen Stufe, trotzdem reichen die Bestände unter Zurückdrängung der natürlichen Rotbuchen-, Eichen- und Hainbuchenwälder heute großflächig bis in die Submontanstufe, d. h. bis in die Gebirgsrandlagen des Harzes. Durch die Fließgewässer werden Pflanzenarten höherer Lagen herabtransportiert; sie können also bei hinreichenden Existenzbedingungen weitab vom eigentlichen Verbreitungsschwerpunkt angetroffen werden. Einen vielseitigen Einblick                    in die Pflanzenwelt der Montanstufe gewährt das teils zum                          pflanzengeographischen Bezirk Ober- harz gehörige                                 Gebiet der Kalten Bode. Hier stocken stellenweise                               an den höher gelegenen Talhängen noch natürliche                             Buchenbestände an ihrer oberen Verbreitungsgrenze.

                         Die Zusammensetzung der Krautschicht

                          In Abhängigkeit von der Hanglage setzt sich die                          Krautschicht unterschiedlich zusammen; man findet            neben dem WaIdreitgras und dem Wolligen Reitgras die        Heidelbeere, die Quirlblättrige Weißwurz (Salomonssiegel), das Harzlabkraut und den Europäischen Siebenstern (diese Siebenzahl seiner weißen Kronblätter ist eine Seltenheit im Pflanzenreich).

Hangabwärts gedeiht auf wasserzügigen Verwitterungsböden ein artenreicher Buchen-Bergahorn-Schluchtwald mit eingesprengten Fichten. Die typischsten Vertreter seiner Krautschicht finden wir besonders ausgeprägt auch in der Hochstaudenflur des Ufersaums und an den kleinen, einmündenden Fließrinnen. Stellenweise zahlreich gedeihen hier der blau-violette Alpenmilchlattich, die weiße Pestwurz, der Waldstorchschnabel, der weißblühende Platanenblättrige Hahnenfuß, die stattliche, einer Bromelie nicht unähnliche Große oder Waldhainsimse, ferner der Schlangenknöterich, das Echte Mädesüß, Großes Springkraut u. a. Arten.

Vegetation am Bodeufer

Während die meisten der genannten Sippen in diesen Höhenlagen ihr Hauptverbreitungsgebiet haben, säumen viele von ihnen auch talabwärts im submontanen Bereich die Bodeufer und schmücken ufernahe
Wiesen- und Waldkomplexe, teils bis hin zum Gebirgsrand.
Dazu gesellen sich weitere, oft auffällige und schöne Arten, so
der Riesenschwingel, zerstreut der gelb-blühende Wolfseisenhut*
und die Hohe Schlüsselblume*, sehr selten der blau-
weißgescheckte Bunte Eisenhut* und der Straußenfarn*
mit seinen mächtigen, trichterförmig gestellten
Wedeln.


Pflanzenvielfalt auf Bergwiesen

Oberhalb der Talhänge, oder sie bereits mit
einbeziehend, gehören die Bergwiesen im Bereich
Königshütte-Rübeland zum schönsten Erlebnis
einer Bodewanderung. Hier entfaltet sich je
nach Jahreszeit wechselnd und im Sommer
den Höhepunkt erreichend ein bunter Flor
in großer Artenmannigfaltigkeit.

So zieren die Goldhafer-Wiesen neben der
namengebenden Art die aromatische
Feinblättrige Bärwurz, Arnika oder
Bergwohlverleih*, Ährige Teufelskralle,
Gemeines Zittergras, Wiesenschlüsselblume*,
Gelbes Sonnenröschen. Wechselfeuchte Standorte
enthalten die gelbe Trollblume*, Kopfige
Teufelskralle, den Großen Wiesenknopf, die
Herbstzeitlose und die sehr seltene blaue Sibirische Schwertlilie*.
Zu den Arten der montanen Halbtrockenrasen auf trockeneren und teils flachgründigen Hängen und Kuppen zählen Blutroter Storchschnabel, Wiesenglockenblume, Türkenbundlilie*, Großes oder Waldwindröschen* und Wiesenkuhschelle*.

Mehrere dieser Arten haben einen kontinentalen Verbreitungsschwerpunkt und liegen mit ihrem Vorkommen im Bodegebiet nahe der westlichen bzw. nordwestlichen Verbreitungsgrenze. Als besondere Kostbarkeiten der Bergwiesen blühen mehrere Orchideenarten*, darunter das Stattliche Knabenkraut*. Streng an Kalk gebunden und deshalb im Harz nur an wenigen Stellen, erscheint im Rübeländer Kalkgebiet das bereits ab April blühende Kalk- oder Haldenblaugras mit blau überlaufenen Ährchen. Weiterhin begleiten etwa von Rübeland der Glänzende Storchschnabel und der Rasensteinbrech die Bode bis in den Raum von Thale.


* unter Naturschutz
 
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